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Hier geht es um die Frage, wie der Dackel in einen Schuhkarton kommt 

 

Immer wieder werde ich gefragt: " Was reiten Sie denn?"

Die Antwort darauf ist so einfach, wie auch kompliziert: "Ich reite Pferde!"

Große, kleine, dicke, dünne, bunte, einfarbige ... Warmblüter, Kaltblüter, Isländer, Traber, Galopper, Quarter Horses, Haflinger, Norweger  usw, usw. Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen.

Diesen Pferden ist eines gemein: Es sind ganz einfach Pferde.

Die paar Tausend Jahre, die sie mit dem Menschen gemeinsam verbracht haben, hat Ihren Bauplan und ihre Grundbedürfnisse nicht wesentlich verändert. Es sind Tiere, die ursprünglich aus der Steppe kommen. D.h. sie haben ein großes Bewegungsbedürfnis. Ihr Verdauungssystem ist auf eine arten- und rohfaserreiche Ernährung mit langer, langsamer Futteraufnahme eingestellt. Sie brauchen viele unterschiedliche Witterungsreize, viel natürliches Licht und saubere Luft.

Als Fluchttiere sind sie sehr auf ihre Sicherheit bedacht und nicht nur äußerst wachsam, sondern auch sehr wehrhaft. Soziale Kontakte mit Artgenossen stellen die Rangordnung klar und sichern der Gruppe ebenfalls das Überleben.

Auch Menschen haben natürliche, sowie individuelle Bedürfnisse. Eine ganz krasse Einschränkung der menschlichen Bedürfnisse möchte ich hier benutzen, um die Situation vieler Pferde zu veranschaulichen.

Wenn ein Mensch mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, kann es passieren, dass er ins Gefängnis kommt. Da ich noch nie dort war, stelle ich mir das folgender Maßen vor:

Ein Raum, vielleicht  3 x 4 m groß und vielleicht auch 3 m hoch, ergeben ein Raumangebot von 36 m ³ für eine Person von etwa 1,80 m Größe und 85 kg Körpergewicht. In einer Ecke ein Waschbecken + WC, das Fenster in 2 m Höhe. Täglich ist einige Zeit Bewegung und Aufenthalt im Freien erlaubt, ansonsten genau reglementierte Beschäftigung bzw.Nichtbeschäftigung.

Ein Pferd hat vielleicht 650 kg Körpergewicht. Eine Box von  3,50 m  x  3,50 m Größe und einer Höhe von, wenn es Glück hat, 4 m. Das ergibt ein Raumangebot von 49 m³. Also bei 650 kg mal gerade 13 m³ mehr als unser Gefängnissinsasse, zumal dessen Aufenthalt dort zeitlich begrenzt ist.

Ob bei dem Pferd täglich gemistet wird, ist fraglich, da sich Tiefställe größter Beliebtheit erfreuen, da sie manchmal nur  2 x  im Jahr gemistet werden, wegen der Arbeitsersparnis. Ob ein Fenster oder gar Auslauf vorhanden ist, ist ungewiss. Aber dafür hat es Gitterstäbe, damit es dort hindurch schielen kann, um wenigstens etwas von der Welt mitzubekommen. Die es natürlich oft maßlos erschreckt. Die reglementierte Beschäftigung beträgt durchschnittlich 1 - 2 Stunden pro Tag, mit gebrüllter Untermalung von anderen Pferdebesitzen oder Reitern, oder sogar Reitlehrern, weil: "Der blöde Bock sich heute wieder so dämlich anstellt, obwohl er doch genau weiß, was man von ihm will!!!" 

Am Wochenende hat das Pferd "Stehtag". Die Familie des Besitzers fordert dann nämlich Ihr Recht. Dafür ist am kommenden Montag die reiterliche Motivation gleich doppelt so hoch, wie auch der Bewegungsdrang des Pferdes. Gott sei Dank kann man letzteres aber durch extra ausgeklügelte mechanische Hilfsmittel leicht unter Kontrolle halten. Die Zulieferindustrie ist da manchmal doch sehr kreativ.

Die Ernährungssituation ist auch einfach beschrieben: Es gibt Pellets! Da ist natürlich alles drin, was das moderne, inhaftierte Reitpferd so braucht. Manche können sogar das Gangvermögen eines Pferdes verbessern. (Leider aber nicht die körperliche Geschicklichkeit des Reiters).

Da Pellets alle mehr oder weniger gleich aussehen und Pferdefutter nicht viel kosten soll, kann praktisch alles hineingemischt werden, was die Mühle so hergibt. In der Hoffnung, dass dem Pferd keine Federn wachsen oder es anfängt zu grunzen, bekommt es ordentlich große Portionen, diese aber nur  2  x  täglich. Das Futter hält ja schließlich lange vor.

Des Menschen liebster Begleiter ist der Hund. Besonders Dackel werden gerne gehalten. Auch als Familienhund ist er gern gesehen. Der Dackel wiegt vielleicht  10 kg, ist  20  cm hoch und bewohnt eine komplette Wohnung. Oder ein Haus. Oder sogar ein komplettes Haus mit einem kompletten Garten. Er hat soziale Kontakte mit "seiner" Familie, mit anderen Hunden. Über seine Ernährung und seine Kleidung werden sich viele Gedanken gemacht. Besonders zu Weihnachten.

Warum eigentlich? Er hätte doch auch Platz in einem Schuhkarton!

Denn das Wort "Box" kommt doch aus dem englischen und heißt Kiste, oder? 

 

Und weil wir gerade so schön nachdenklich sind, hier noch ein paar Gedanken zum Reiten.

Eigentlich sind Pferde von Natur aus nicht dafür vorgesehen. Da der Mensch aber heraus gefunden hat, dass das Ross ihm von Nutzen sein kann, hat er entschieden, es solle dabei mitmachen. Sonst wäre es wahrscheinlich schon längst wegen Belanglosigkeit von unserem Erdball verschwunden. (Wie wir alle wissen, wäre es fast so nach dem  2. Weltkrieg  geschehen).

Laut Statistik der FN überlebt das deutsche Reitpferd  5  Jahre nach seinem Einreiten. Hat das Pferd Glück, kommt es erst mit  3  Jahren unter den Sattel. Wohingegen viele seiner Artgenossen in diesem Alter bereits schon ihre ersten Turniere bestreiten.

Es kann seinem Reiter also statistisch gesehen noch  5  Jahre Freude schenken. Danach wird es kritisch. Ähnlich einem Computer, der nach  3 Jahren hoffnungslos veraltert ist, kann sich aber vielleicht noch ein "Freizeitreiter" der hippologschen Seele erbarmen. Schließlich denken viele der ambitionierten Pferdebesitzer oftmals doch auch großzügig an andere, weniger gut situierte Reitersleute. Und schon ist das Gewissen beruhigt und der Weg zum Schlachter erst einmal umgangen.  

 

Die Geschichte geht bald weiter, jetzt müssen  erst einmal wieder die Pferde versorgt werden. Bleiben Sie dran, es wird noch richtig spannend

 

NaturHeil- und Gesundheitspraxis Heike Sucker Groß Lessen 58, 27323 Sulingen  | heikesucker@arcor.de Tel: 01733542450

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